Fragwürdige Module (Stand August 2009)
Seit rund einem Jahr werden Module der Firma RTM als „multimikrokristalline“ Dünnschichtmodule auf verschiedenen Vertriebswegen angeboten. Oft werden sie als deutsche Module mit Aussagen wie „80% Wertschöpfung in Deutschland“ propagiert. Ein aktueller Bericht in der Zeitschrift PHOTON, Nr.8/2009, „Das Modul, das es nicht gibt“ (S.108-115) beschäftigt sich in der Rubrik „Murks des Monats“ mit diesem Produkt und kommt zum Ergebnis, dass es die deutschen RTM-Module eigentlich nicht gibt. Geliefert wurden u. a. polykristalline Module eines anderen Herstellers aus Italien.
Prozeß gegen Betrüger in Frankfurt a.M. gestartet (Stand Juli 2009)
Aktuell melden mehrere Medien, dass ein spekatulärer Betrugsfall nun hoffentlich bald seinem Ende zugeht. Eine kurze Beschreibung des Falles finden Sie hier unter der Bezeichnung Niederfels. Eine ausführliche Meldung zum anstehenden Prozeß und den Hintergründen finden Sie hier. Der Bericht zeigt, dass hier kriminelle Profis am Werk waren, die den guten Ruf der Branche und von regional bekannten Unternehmen schamlos ausgenutzt haben.
Module mit fraglicher Qualität (Stand: April/Mai 2009)
Die Fachzeitschrift Photon hat sich in der April-Ausgabe mit angeblichen Wundermodulen ("mikrokristalline Dünnschicht mit angeblich deutscher Herkunft"), die offenbar von einer Firma namens "Sonnengeld" vertrieben werden, beschäftigt. Diese Module müssen zum Teil mit einer unüblich hohen Vorkasse (auf ein scheinbar nicht unabhängiges Konto) bezahlt werden. Es gibt offenbar mehrere Firmen/"Hersteller", die diese Module anbieten. Insbesondere für große Projekte werden 330 Watt-Module schon seit Monaten massiv im Markt angeboten, ohne das man sie im Markt bislang zu Gesicht bekommt und die Qualität unabhängig überprüfen kann. Sie sollen gegenwärtig offenbar große Solarparks beliefern und scheinbar wird "fleißig" akquiriert. Es bleiben ungewöhnlich viele Fragen unbeantwortet.
http://www.photovoltaikforum.com/bilder/sonnengeld_pd_2009-04.pdf
Gerne können Sie, wie immer, mit uns Kontakt aufnehmen.
Lieber vorsichtig sein als unnötig Geld verlieren (Stand: April 2009)
Seien Sie grundsätzlich skeptisch gegenüber Angeboten von neuen Herstellern, die im Solarmarkt unbekannt sind und Ihnen innovative Produkte der neuesten Technologie versprechen. Die "eierlegende Wollmilchsau" in Gestalt zum Beispiel mit unglaublichen Ertragserwartungen von über 1500 kWh pro kWp bei eher mittelmäßigen Standorten in Deutschland, ist scheinbar immer noch gefragt. Das kann unter normalen Umständen nicht hinhauen. Wenn Sie sich dennoch für diese Produkte interessieren, prüfen Sie diese genau. Recherchieren Sie, ob die angepriesene Technologie bereits in der Fachwelt bekannt sind. Lassen Sie sich überprüfbare Dokumente geben und unterzeichnen Sie keine Vertraulichkeitsvereinbarung. Eine solche Vereinbarung ist marktunüblich und erscheint ziemlich unseriös. Eine Entscheidung muß gut überlegt sein und die Risiken einem klar sein.
Die Lage für Endkunden ist sehr entspannt: Sie haben bei ihrem Solarfachbetrieb bzw. dem Solarteur jetzt eine breite Auswahl (ob Dünnschichtmodule oder mono- und polykristalline Module) und Sie können gute Modulqualität zu akzeptablen Konditionen bekommen. Es gibt viele bewährte Produkte im Solarmarkt. Zu Beginn des Jahres 2009 haben sich die Marktpreise, wie jahreszeitlich üblich, spürbar nach unten bewegt. Aufgrund der EEG-Vergütung ist es für Endkunden wichtig, dass die Module über 20 Jahre einen guten und stabilen Ertrag liefern, sonst stimmt die finanzielle Kalkulation nicht. Eine sorgfältige Modul- und Komponentenwahl, die auf Experimente verzichtet, erscheint deshalb geboten.
Gerne stehen wir Ihnen zur Verfügung, wenn Sie Rückfragen (zum Beispiel zu einem Produkt, daß Ihnen nicht ganz geheuer vorkommt), Hinweise und Anmerkungen haben. Bitte kontaktieren Sie uns telefonisch oder per Mail.
Erfolg vieler Beteiligter: Mehrere Betrüger gefasst (Stand: Februar 2009)
Wir informieren Sie regelmäßig auf unserer Internetplattform über Betrugsfälle, bei der u. a. Installationsbetriebe geschädigt wurden, weil sie nicht mit Modulen beliefert wurden. Wir konnten als Bündnis durch Hinweise einen Beitrag leisten, dass nicht noch mehr Betriebe/Akteure auf Betrüger hereinfielen. Das „Aktionsbündnis gegen Solarbetrug“ kann Ihnen jetzt einen Erfolg mitteilen: Die Polizei hat vor kurzem eine mehrköpfige Betrügergruppe festgenommen. Diese Personen stehen unter dringenden Verdacht etliche Installationsbetriebe in der PV-Branche massiv geschädigt zu haben.
Das „Aktionsbündnis gegen Solarbetrug“ informiert Sie seit dem Sommer 2008 im Internet, auf der Telefonhotline, im direkten persönlichen Kontakt und per Email regelmäßig über Betrugsfälle, die die PV-Branche schädigen. Die Arbeit des Bündnisses ist deshalb wichtig, weil das kriminelle Handeln von ein paar schwarzen Schafen letztlich beträchtliche Auswirkungen auf alle Akteure der Solarbranche besitzt. Die finanzielle und organisatorische Last hat dabei bislang zu einem großen Teil die pvXchange GmbH übernommen. Der Umfang der Betrugsfälle und die dahinter steckende kriminelle Energie haben gezeigt, dass die Betrugsprävention in Zukunft auf die Schultern der gesamten Branche verteilt werden sollte. pvXchange muss seinen finanziellen Anteil an der Betrugsbekämpfung in Zukunft deutlich beschränken, ist aber bei Bedarf jederzeit bereit, seine Erfahrungen und sein Wissen in eine branchengetragene Präventionsstrategie einzubringen. Die Internetpräsenz und die Telefonhotline werden natürlich weiterhin aufrechterhalten, wenn auch mit einem eingeschränkten Service.
Vortrag beim 9. Solarforum
Das Aktionsbündnis und seine Akteure informieren beständig über aktuelle Betrugsfälle und Betrugsmaschen und konnten so dazu beitragen, den Betrug in der Solarbranche in der zweiten Hälfte des Jahres 2008 zu minimieren. In Zukunft muß die Solarbranche den Focus vor allem auf die Prävention legen.
pvXchange hat im Rahmen des 9. Solarforums in Berlin am 21.11.08 einen Vortrag zu den Zielen des Bündnisses und den kommenden Herausforderungen an die Solarbranche gehalten. Die Umsetzung eines Verhaltenscodex in der Solarbranche ist aus Sicht des Aktionsbündnisses sinnvoll und notwendig. Den Vortrag können Sie hier herunterladen.
Prävention vor Solarbetrug bleibt eine wichtige Aufgabe im Jahr 2009
Berlin, Mitte Januar 2009
Im Juli 2008 wurde das Info-Portal „Aktionsbündnis gegen Solarbetrug“ gegründet, weil im Zuge des erfreulichen Solar-Booms zunehmend Unternehmen im Photovoltaik-Markt auftraten, nicht zuletzt auch im B-to-B-Bereich, die mit unlauteren Mitteln arbeiten und den allgemein guten Ruf der Solarbranche gefährden könnten. Kriminelles Handeln einiger Schwarze Schafe hat negative Auswirkungen auf alle: Hersteller, Händler, Installateure und Endkunden.
Im Jahr 2008 hat das Bündnis gemeinsam in Zusammenarbeit mit etlichen Akteuren einiges erreicht, aber es bleibt für alle Akteure der Solarbranche im Jahr 2009 noch sehr viel zu tun. Der allgemein gute Rufe der PV-Branche muß mit aktiven Schritten gesichert werden. Das Bündnis hat kontinuierlich die Informationen auf der Internetpräsenz (www.solarbetrug.net, www.solarcrime.net) und bei der Telefon-Hotline ausgebaut. Partner des Bündnisses sind mittlerweile neun namhafte Vertreter aus dem Solarbereich. Zusätzlich unterstützen über 20 Installationsbetriebe und weitere Akteure das Anliegen des Bündnisses. Der Service des Info-Portals wird im Schnitt der vergangenen fünf Monate monatlich von gut 1000 Internetusern genutzt. Die Telefonhotline wird regelmäßig genutzt und das Bündnis konnte so in etlichen Fällen durch Aufklärung und Koordination der Betrugsfälle Schaden für Betriebe und Endkunden minimieren bzw. verhindern.
Um das Anliegen des Bündnisses nachhaltig zu verbreiten und die wichtigen Aktivitäten zu sichern, muss im Jahr 2009 die Finanzierung der wichtigen Bündnis-Aufgabe zwingend auf mehr Schultern als bisher verteilt werden. So sind zum Beispiel Sponsoren, die von der Solartechnik überzeugt sind (Hersteller, Großhändler, aber auch größere Installationsbetriebe etc.), aber ein Zeichen gegen die „schwarzen Schafe“ setzen möchten, sehr willkommen. Nur so lässt die Tätigkeit des Bündnisses auf solidem Fundament sicherstellen. Nehmen Sie bei Rückfragen oder bei Gesprächsbedarf bitte Kontakt mit uns auf, damit wir die Form der Unterstützung besprechen können.
Für das Jahr 2009 sind u. a. die Erstellung einer Präventionsbroschüre für Händler und Handwerker sowie die Einrichtung eines Branchenarbeitskreises geplant, in dem Richtlinien bzw. ein Code of Conduct entwickelt werden könnte. Die regelmäßig aktualisierte Internetseite und die Hotline (letztere eventuell in reduziertem Umfang) soll fortgesetzt werden.
Klau von Solarmodulen
Die Polizeiinspektion Schrobenhausen bittet um Hinweise, wer im Tatzeitraum von Sonntag, 28.12.2008, 18.00 Uhr bis Montag, 29.12.2008, 07.30 Uhr in der Nähe des Tatobjektes eines Stallungsgebäudes (Ort Langenmosen) verdächtige Beobachtungen gemacht hat. Die 84 Module (Wert: 75.000 Euro) weisen ein Gesamtgewicht von rund 1,3 Tonnen auf, so daß es sich vermutlich um eine organisierte Bande handelt. Tel. der Polizeiinspektion Schrobenhausen: 08252/8975-0. Aktueller Nachtrag vom 19.01.09 (Polizeierfolg): Die Beute im Wert von rund 75.000 Euro wurde noch am folgenden Morgen bei einem Kunden einer Installationsfirma montiert. Dank eines anonymen Hinweises flog die "diebische Firma" jetzt auf. Fahnder der Polizeiinspektionen Schrobenhausen und Pfaffenhofen entdeckten die gestohlenen Module auf dem Dach eines Bauernhofs in Scheyern (Landkreis Pfaffenhofen) – exakt die 84 Stück, die in Langenmosen vermisst wurden. Über die Seriennummern konnte das Diebesgut eindeutig identifiziert werden. Der Landwirt hatte die gesamte Anlage gutgläubig von der Elektrofirma erworben und montieren lassen. Dass es sich dabei um Diebesgut handelte, habe er nicht ahnen können, so die Polizei. Ihm sei von der ausführenden Firma glaubhaft versichert worden, dass die Module über das Internet günstig und rechtmäßig erworben worden seien.
Newsarchiv
Oktober 2008: Fahndung nach zwei "Betrügern" aus der Solarbranche
Die Polizeiinspektion Harburg sucht seit Anfang Oktober 2008 mit Phantombildern zwei Beschuldigte, die Anfang 2008 in einer Betrugsserie verwickelt waren. Die beiden Personen sollen bundesweit eine größere Menge von PV-Markenmodulen zum Kauf angeboten haben. Daraufhin kamen zwei Geschäftsabschlüsse zustande. Die Kaufinteressierten haben jeweils höhere Vorauszahlungen geleistet, die bestellten Solarmodule aber niemals bekommen. Das Geld wurde bei beiden Fällen bar abgehoben. Der dritte Beschuldigte, der von der Polizei gesondert verfolgt wird, gab das Geld vermutlich an die gesuchten Personen weiter. Die genaue Identität und der gegenwärtige Aufenthaltsort der beiden gesuchten Personen sind der Polizei bislang noch unbekannt. Die beiden gesuchten Personen verfügen vermutlich über detaillierte Kenntnisse der Solarbranche. Das „Aktionsbündnis gegen Solarbetrug“ bittet Sie die Polizei bei der Suche nach den Tätern zu unterstützen.
Die Phantombilder sind unter http://www.polizei.niedersachsen.de/dst/pdlg/harburg/ (dort bitte den linken Menüpunkt Fahndung anklicken) abzurufen.
Ansprechpartner für sachdienliche Hinweise: KHK Herr Ligendza -EG 21/08- PI Harburg, ZKD, 3.FK, Schützenstraße 17, 21244 Buchholz, Fax: 04181/285-232, email: dieter.ligendza@polizei.niedersachsen.de, Aktenzeichen: 7101 Js 13761/08